Implantatwechsel & Implantatentfernung
Brustimplantate können gewechselt oder vollständig entfernt werden. Abhängig von Anatomie, Gewebe und persönlichen Vorstellungen kann die Brust dabei neu geformt, gestrafft oder mit Eigenfett ergänzt werden.
Brustimplantate können gewechselt oder vollständig entfernt werden. Abhängig von Anatomie, Gewebe und persönlichen Vorstellungen kann die Brust dabei neu geformt, gestrafft oder mit Eigenfett ergänzt werden. Brustimplantate müssen nicht grundsätzlich nach einer bestimmten Anzahl von Jahren ausgetauscht werden. Dennoch kann im Laufe der Zeit der Wunsch oder die medizinische Notwendigkeit entstehen, ein vorhandenes Implantat zu wechseln oder vollständig zu entfernen.
Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Manchmal haben sich die persönlichen Vorstellungen verändert. In anderen Situationen haben sich Brust, Haut und Gewebe durch Schwangerschaft, Gewichtsveränderungen oder den natürlichen Alterungsprozess weiterentwickelt. Auch Veränderungen des Implantats, seiner Position oder der umgebenden Kapsel können eine erneute Operation notwendig machen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob ein Implantat entfernt oder ersetzt wird. Entscheidend ist auch, wie die Brust danach aussehen soll. In der Clinic Selnau in Zürich betrachten wir deshalb Implantat, eigenes Brustgewebe, Hautqualität und Brustform gemeinsam. Erst daraus ergibt sich, ob ein Implantatwechsel, eine ersatzlose Implantatentfernung oder eine Kombination mit Bruststraffung / Mastopexie oder Eigenfett sinnvoll ist.
Unser Ansatz
Eine Brust mit vorhandenen Implantaten hat eine andere Ausgangssituation als eine bisher nicht operierte Brust. Das Gewebe hat sich an das Implantat angepasst. Haut und Brustgewebe können sich gedehnt haben, die Unterbrustfalte kann verändert sein, und um jedes Implantat bildet der Körper eine natürliche Gewebekapsel. Auch frühere Narben und die vorhandene Implantattasche beeinflussen die Möglichkeiten einer erneuten Operation.
Deshalb beginnt die Planung nicht mit der Frage nach einem neuen Implantat. Wir betrachten zunächst, was vorhanden ist und welches Ergebnis du dir heute wünschst. Möchtest du weiterhin Implantate tragen? Soll die Brust kleiner oder grösser werden? Möchtest du vollständig auf Implantate verzichten? Ist genügend eigenes Gewebe vorhanden? Hat sich die Brust abgesenkt? Soll verlorenes Volumen teilweise mit Eigenfett ausgeglichen werden? Aus diesen Fragen entsteht der individuelle Behandlungsplan.
Gründe für einen Implantatwechsel oder eine Implantatentfernung
Ein Implantatwechsel oder eine Implantatentfernung kann aus unterschiedlichen Gründen infrage kommen:
- Wunsch nach einer anderen Brustgrösse
- Wunsch nach einer anderen Brustform
- Wunsch nach kleineren oder grösseren Implantaten
- Wunsch, künftig ohne Brustimplantate zu leben
- Veränderungen der Brust nach Schwangerschaft oder Stillzeit
- Veränderungen nach Gewichtszu- oder -abnahme
- Absinken von Brustgewebe oder Implantat
- Sichtbare oder tastbare Implantatränder
- Implantatverschiebung oder Rotation
- Asymmetrien
- Veränderungen der Implantatkapsel
- Kapselfibrose
- Implantatdefekt oder Ruptur
- Unzufriedenheit mit dem Ergebnis einer früheren Brustvergrösserung
Nicht jede Veränderung erfordert automatisch einen Implantatwechsel. Deshalb wird zunächst beurteilt, welche Struktur tatsächlich für das bestehende Problem verantwortlich ist.
Planung & Analyse
Eine sorgfältige Analyse ist besonders bei bereits operierten Brüsten entscheidend. Im Beratungsgespräch beurteilen wir Brustform, Hautqualität, vorhandenes Brustgewebe, Brustwarzenposition und bestehende Narben. Auch die Position der Implantate, die vorhandene Implantattasche und Hinweise auf Veränderungen der Kapsel werden berücksichtigt.
Wenn Informationen zu den vorhandenen Implantaten verfügbar sind, werden Implantattyp, Grösse, Position und Zeitpunkt der früheren Operation in die Planung einbezogen. Je nach Ausgangssituation können zusätzliche bildgebende Untersuchungen sinnvoll oder notwendig sein. Anschliessend besprechen wir nicht nur, ob das bestehende Implantat entfernt werden soll, sondern vor allem, welche Brustform danach angestrebt wird. Das ist entscheidend, weil dieselbe Implantatentfernung je nach vorhandener Haut und eigenem Brustgewebe zu sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen führen kann.
Implantatwechsel
Bei einem Implantatwechsel wird das vorhandene Brustimplantat entfernt und durch ein neues ersetzt. Dabei kann die bisherige Grösse grundsätzlich beibehalten oder bewusst verändert werden. Manche Frauen wünschen nach einigen Jahren ein kleineres Implantat und eine zurückhaltendere Brustform. Andere möchten mehr Volumen oder eine andere Projektion.
Die Operation beschränkt sich jedoch nicht zwangsläufig auf den Austausch eines Implantats gegen ein anderes. Auch die vorhandene Implantattasche und die umgebende Kapsel werden beurteilt. Je nach Befund können Anpassungen notwendig sein, um Position, Form und Stabilität des neuen Implantats zu unterstützen. Bei abgesunkenem Brustgewebe kann zusätzlich eine Bruststraffung / Mastopexie sinnvoll sein. Ein Implantatwechsel ist deshalb keine standardisierte Austauschoperation. Er wird entsprechend der veränderten Anatomie der Brust neu geplant.
Implantatentfernung
Nicht jede Patientin möchte ein entferntes Implantat durch ein neues ersetzen. Eine ersatzlose Implantatentfernung ist grundsätzlich möglich. Wie die Brust danach aussieht, hängt wesentlich davon ab, wie gross das bisherige Implantat war, wie lange es getragen wurde und wie stark Haut und Brustgewebe dadurch beziehungsweise im Laufe der Zeit verändert wurden.
Auch das ursprünglich vorhandene Brustvolumen spielt eine wichtige Rolle. Nach Entfernung kleinerer Implantate kann sich das vorhandene Gewebe in geeigneten Situationen ausreichend zurückbilden. Nach grösseren Implantaten oder bei deutlich gedehnter Haut kann dagegen ein Haut- und Gewebeüberschuss zurückbleiben. Deshalb wird bereits vor der Operation besprochen, ob eine reine Implantatentfernung voraussichtlich ausreicht oder ob eine zusätzliche Neuformung der Brust sinnvoll ist.
Implantatentfernung mit Bruststraffung / Mastopexie
Wenn sich Haut und Brustgewebe durch das Implantat oder im Laufe der Jahre deutlich gedehnt haben, kann nach der Entfernung eine Bruststraffung / Mastopexie sinnvoll sein. Dabei wird das Implantat entfernt und die verbleibende Brust aus dem eigenen Gewebe neu aufgebaut.
Überschüssige Haut wird reduziert, das vorhandene Brustgewebe neu geformt und die Position der Brustwarze entsprechend angepasst. Besonders nach grösseren Implantaten kann dieser Schritt entscheidend dafür sein, wieder eine kompaktere Brustform zu erreichen. Eine Straffung ist jedoch nicht automatisch nach jeder Implantatentfernung notwendig. Wie viel sich Haut und Gewebe nach der Entfernung zurückbilden können, hängt von Alter, Hautqualität, Implantatgrösse, vorhandenem Brustgewebe und individueller Anatomie ab. Nicht die Entfernung des Implantats allein bestimmt die spätere Brustform. Entscheidend ist, wie das verbleibende eigene Gewebe neu organisiert werden kann. Mehr zu den Möglichkeiten der Neuformung findest du unter Bruststraffung / Mastopexie.
Implantatentfernung mit Eigenfett
Wenn nach einer Implantatentfernung eigenes Brustvolumen fehlt, kann in geeigneten Situationen Eigenfett eingesetzt werden. Dabei wird Fettgewebe aus geeigneten Körperregionen mittels Liposuktion gewonnen, aufbereitet und gezielt in die Brust eingebracht.
Eigenfett kann dazu beitragen, bestimmte Volumendefizite auszugleichen, Konturen weicher zu gestalten oder Übergänge zu harmonisieren. Es kann jedoch ein zuvor grosses Implantat nicht beliebig ersetzen. Die Menge an Fett, die in einer Sitzung sinnvoll transplantiert werden kann, ist begrenzt. Zudem heilt nicht das gesamte eingebrachte Fett dauerhaft ein. Je nach gewünschtem Volumen können deshalb mehrere Behandlungen notwendig sein. Eigenfett eignet sich besonders dann, wenn nach der Implantatentfernung eine moderate Volumenunterstützung gewünscht wird und ausreichend geeignetes Spenderfett vorhanden ist. Mehr über dieses Verfahren findest du unter Brustvergrösserung mit Eigenfett im Bereich Brustvergrösserung.
Implantatentfernung, Straffung & Eigenfett
Die verschiedenen Verfahren können auch miteinander kombiniert werden. Bei einer Implantatentfernung mit gleichzeitiger Mastopexie wird die Brust zunächst aus dem vorhandenen eigenen Gewebe neu geformt. Eigenfett kann ergänzend eingesetzt werden, um ausgewählte Bereiche zu unterstützen oder Volumendefizite auszugleichen. Dadurch entsteht ein vollständig implantatfreies Behandlungskonzept.
Wie viel Volumen damit erreicht werden kann, hängt jedoch von der vorhandenen Brust und der verfügbaren Menge an geeignetem Fettgewebe ab. Das Ziel ist nicht, das bisherige Implantatvolumen um jeden Preis zu reproduzieren. Vielmehr wird die Brust mit den vorhandenen körpereigenen Strukturen neu geplant.
Die Implantatgrösse verändern
Ein Implantatwechsel bietet auch die Möglichkeit, die bisherige Brustgrösse neu zu überdenken. Beim Wechsel auf ein grösseres Implantat müssen Haut, Gewebe und vorhandene Implantattasche ausreichend stabil sein, um das zusätzliche Volumen zu tragen. Beim Wechsel auf ein deutlich kleineres Implantat kann dagegen überschüssige Haut zurückbleiben.
In diesem Fall kann eine gleichzeitige Bruststraffung / Mastopexie notwendig sein, um die Brust an das reduzierte Volumen anzupassen. Die Wahl eines neuen Implantats richtet sich deshalb nicht nur nach der gewünschten Grösse. Brustbreite, vorhandenes Gewebe, Hautqualität und die bereits bestehende Implantattasche bestimmen gemeinsam, welches Volumen langfristig sinnvoll getragen werden kann. Mehr zu Implantatwahl, Projektion und unterschiedlichen Verfahren findest du unter Brustvergrösserung.
Die Kapsel
Um jedes Brustimplantat bildet der Körper eine natürliche Bindegewebskapsel. Diese Kapsel ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers auf das Implantat. Sie muss bei einem Implantatwechsel oder einer Implantatentfernung nicht automatisch vollständig entfernt werden. Ob und in welchem Umfang die Kapsel behandelt wird, hängt vom individuellen Befund ab.
Bei bestimmten Veränderungen kann eine teilweise oder vollständige Entfernung sinnvoll oder notwendig sein. In anderen Situationen kann die Kapsel belassen oder lediglich gezielt angepasst werden. Die Entscheidung wird anhand der vorhandenen Anatomie, des Implantats, der Kapsel und des Operationsziels getroffen. Eine vollständige Kapselentfernung ist deshalb nicht automatisch Bestandteil jeder Implantatentfernung.
Kapselfibrose
Bei einer Kapselfibrose verändert sich die normalerweise weiche Gewebekapsel um das Implantat und kann sich verdicken oder zusammenziehen. Je nach Ausprägung kann die Brust dadurch fester werden, sich verformen oder Beschwerden verursachen.
Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Befund. Je nach Situation können Implantatwechsel, Veränderung der Implantattasche sowie eine teilweise oder vollständige Entfernung der Kapsel infrage kommen. Auch eine ersatzlose Implantatentfernung kann eine Option sein. Wenn danach eine Veränderung der Brustform oder ein Volumendefizit besteht, können wiederum Bruststraffung / Mastopexie und Eigenfett Teil des Behandlungskonzepts sein.
Implantatruptur oder Implantatdefekt
Bei Verdacht auf einen Implantatdefekt muss zunächst geklärt werden, welche Art von Implantat vorhanden ist und welche Veränderung tatsächlich vorliegt. Je nach Situation können bildgebende Untersuchungen zur weiteren Beurteilung erforderlich sein. Wird ein Implantatdefekt bestätigt, wird gemeinsam entschieden, ob das Implantat ersetzt oder vollständig entfernt werden soll.
Auch hier betrachten wir nicht nur das Implantat selbst. Die vorhandene Kapsel, das Brustgewebe und die gewünschte spätere Brustform werden in die operative Planung einbezogen.
Wechsel oder Entfernung?
Die wichtigste Entscheidung ist nicht immer die Wahl eines neuen Implantats. Für manche Frauen bleibt eine implantatbasierte Brustvergrösserung die passende Lösung. Andere möchten nach Jahren mit Implantaten bewusst weniger Volumen oder vollständig auf Implantate verzichten. Beide Wege können sinnvoll sein. Entscheidend ist, wie die Brust heute aussieht und welches Ergebnis du dir heute wünschst.
Ein Implantatwechsel kann Form und Volumen neu definieren. Eine Implantatentfernung kann mit einer Bruststraffung / Mastopexie kombiniert werden. Eigenfett kann verlorenes Volumen teilweise ersetzen oder Konturen ergänzen. Und manchmal ist auch eine reine Implantatentfernung ausreichend. Es geht nicht darum, das frühere Ergebnis zu reproduzieren. Es geht darum, die Brust für die heutige Anatomie und die heutigen Vorstellungen neu zu planen.
Heilung & Ergebnis
Die Heilungsphase hängt wesentlich davon ab, welcher Eingriff durchgeführt wird. Ein reiner Implantatwechsel unterscheidet sich von einer Implantatentfernung mit gleichzeitiger Mastopexie oder zusätzlichem Eigenfett. Schwellungen, Spannungsgefühle und vorübergehende Veränderungen der Brustform sind zunächst normal.
Nach einer Implantatentfernung muss sich das eigene Gewebe an die veränderte Situation anpassen. Besonders nach grösseren Implantaten kann die Brust unmittelbar nach der Entfernung zunächst leerer oder ungewohnt wirken. Wird gleichzeitig gestrafft, entwickelt sich die neue Brustform mit der Heilung und dem Rückgang der Schwellung. Bei zusätzlichem Eigenfett verändert sich das anfängliche Volumen ebenfalls, da nicht das gesamte transplantierte Fett dauerhaft einheilt.
Das endgültige Ergebnis sollte deshalb nicht unmittelbar nach der Operation beurteilt werden.
Langfristige Veränderungen
Auch nach einem Implantatwechsel oder einer Implantatentfernung verändert sich die Brust weiter. Hautalterung, Schwangerschaften, Gewichtsschwankungen und die natürliche Gewebequalität können Form und Position langfristig beeinflussen. Bei einem erneuten Implantat bleiben ausserdem die grundsätzlichen langfristigen Überlegungen einer implantatbasierten Brustvergrösserung bestehen.
Nach einer ersatzlosen Entfernung hängt die weitere Entwicklung vor allem vom eigenen Brustgewebe und der Hautqualität ab. Wurde zusätzlich Eigenfett verwendet, verhält sich das dauerhaft eingeheilte Fett wie körpereigenes Fettgewebe und kann sich bei grösseren Gewichtsveränderungen ebenfalls verändern. Die Behandlung wird deshalb nicht nur für die unmittelbare postoperative Form geplant. Auch die langfristige Entwicklung der Brust gehört zur Entscheidung.
Es geht nicht darum, das frühere Ergebnis zu reproduzieren. Es geht darum, die Brust als Ganzes neu zu beurteilen und die Behandlung zu wählen, die zu deiner heutigen Anatomie und deinen heutigen Vorstellungen passt.
Beratung
Ein Implantatwechsel oder eine Implantatentfernung beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Im Beratungsgespräch in der Clinic Selnau in Zürich beurteilen wir die aktuelle Brustform, Hautqualität, vorhandenes Brustgewebe, Implantatposition und bestehende Narben. Soweit möglich berücksichtigen wir Informationen über die vorhandenen Implantate und frühere Operationen. Je nach Ausgangssituation können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein.
Anschliessend besprechen wir, welche Veränderung du dir heute wünschst. Soll das Implantat ersetzt werden? Möchtest du weniger oder mehr Volumen? Soll das Implantat vollständig entfernt werden? Soll die Brust gleichzeitig gestrafft werden? Oder möchtest du einen Teil des Volumens durch Eigenfett ersetzen? Auf dieser Grundlage entsteht ein individuelles Behandlungskonzept. Je nach Ausgangssituation kann dieses einen Implantatwechsel, eine reine Implantatentfernung, eine Bruststraffung / Mastopexie, eine Brustvergrösserung mit Eigenfett oder eine Kombination dieser Verfahren umfassen.
Wir besprechen offen die zu erwartenden Veränderungen, mögliche Narben, den Heilungsverlauf sowie Grenzen und Risiken der jeweiligen Behandlung. Ziel ist nicht, ein Implantat einfach auszutauschen oder zu entfernen. Es geht darum, die Brust als Ganzes neu zu beurteilen und die Behandlung zu wählen, die zu deiner heutigen Anatomie und deinen heutigen Vorstellungen passt.
